Gesichtserkennung trotz Masken

Gesichtserkennung trotz Masken

Bei Gesichtserkennung im Allgemeinen handelt es sich um die Analyse der Ausprägung sichtlicher Merkmale des Gesichts, wie Mund, Nase, Augen sowie ihr Abstand zueinander. Gesichtserkennung mittels Maschinen gehört zu den biometrischen Verfahren und wird zur Identifikation und Authentifizierung von Personen eingesetzt. Sie findet insbesondere im sicherheitstechnischen und kriminalistischen Umfeld Verwendung.

Die ersten 2D-Gesichtserkennungsverfahren haben Gesichtsmerkmale lediglich geometrisch vermessen und wiesen aufgrund geringer Datenmengen eine hohe Fehlerrate auf. Doch dank technischer Innovationen im Zeitalter der Digitalisierung wie beispielsweise Deep-Learning-Algorithmen und Künstlichen Intelligenzen wurden die Gesichtserkennungssoftwares, jetzt in 3D, immer schneller und genauer. Mithilfe von Anpassung der Parameter und wesentlich größerer Datenmengen, die zum Analysieren eines Gesichts genutzt werden, verringert sich die Fehlerquote stark. Zum Abgleich stehen spezifische Gesichtsdatenbanken zur Verfügung.

Chinesische Algorithmen zur Gesichtserkennung

In Zeiten des Coronavirus sind Gesichtsmasken vor allem in China allgegenwärtig. Aus Angst vor Ansteckung und Verbreitung trägt nahezu jeder im öffentlichen Raum und am Arbeitsplatz eine Schutzmaske. Dies stellt Firmen und Software – zumindest kurzfristig – vor große Herausforderungen in einem Land, in dem Gesichtserkennung und Überwachung zum Alltag gehören.

Herkömmliche Algorithmen chinesischer Firmen, die Gesichtserkennung zur Zugangs- oder Anwesenheitskontrolle benutzen, konnten ursprünglich die Gesichter ihrer Mitarbeiter aufgrund der Masken nicht mehr erkennen. Diese wurden allerdings in kürzester Zeit angepasst, sodass eine Gesichtserkennung trotz Schutzmaske stattfinden kann. Ermöglicht wurde das unter Anpassung spezieller Parameter: Bestimmte Schlüsselpunkte zwischen Augen und Nase reichen aus, um ein Gesicht zu identifizieren. Allerdings ist auch dieses neue System nicht fehlerlos. Besonders in großen Menschengruppen gibt es zu viele Ähnlichkeiten, sodass die Software eine Person nicht zweifelsfrei identifizieren kann.

Obwohl es sich bei Europa nicht um einen so strikten Überwachungsstaat wie China handelt, steigt auch hier die Anzahl an Überwachungskameras an, mit deren Hilfe eine Gesichtserkennung im öffentlichen Raum möglich ist. Gesetze und Regulatorien müssen also klar definiert werden, um den Schutz persönlicher Daten zu gewährleisten.

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