Smartphone – Sucht oder Zukunft?

Die Smartphone-Nutzungsdauer steigt weiter

 

Smartphones sind schon längst in unseren Alltag eingezogen. Sie haben sich in unsere Verhaltensmuster eingenistet. „Permanently online, permanently connected“ kurz POPC so wird die permanente Smartphone-Nutzung auch genannt. Die meisten Menschen haben ihren Smartphone-Gebrauch habitualisiert und sind nicht süchtig, einige Menschen entwickeln allerdings eine krankhafte Sucht.

 

Ein Teil des Phänomens ist die aktive Bildschirmzeit. Denn auch ohne aktive Nutzung ist man ständig erreichbar, da die Smartphones permanent online sind. Nicht nur in der Tasche, sondern oft im Blickfeld mit aktivem Bildschirm. Das kann man in vielen Alltagssituationen beobachten. Betrachtet man eine Lunchsituation im Restaurant sieht man vermehrt Handys auf dem Tisch liegen. Dass jemand offline den Moment lebt, ist eine absolute Ausnahme.

 

Zu dem beobachtbaren Verhaltenswandel passen auch die Zahlen, denn die Anzahl der Smartphone-Nutzer in Deutschland wächst weiter. Auch die globale Mediennutzung steigt Kanalübergreifend weiter an. In diesem Jahr werden die Menschen laut der „Media Consumption Reports“ durchschnittlich 479 Minuten am Tag mit Medien verbringen. 2013 waren es noch 420 Minuten. Bis 2021 soll der Wert noch einmal auf 495 Stunden steigen.

 

Verhaltensmuster des Medienkonsums verändern sich stetig

 

Der Smartphone-Nutzungsdauer eines durchschnittlichen Amerikaners ab 18 Jahren ist im Jahr 2019 zum ersten Mal länger, als die Fernsehen-Nutzungsdauer. Damit hat sich der primäre Medienkonsum auch bei Erwachsenen vom Fernseher zum Smartphone verschoben. In Deutschland geht der Fernsehkonsum in den verschiedenen Altersklassen weit auseinander. Umso älter man ist, desto mehr TV wird konsumiert und umso weniger wird das Smartphone benutzt. Aber die Entwicklung ist die Gleiche: Die Smartphone Nutzungsdauer steigt auch in Deutschland.

 

Was sind die Folgen der wachsenden Smartphone-Nutzung?

 

Die körperliche Folge der Dauernutzung ist der „Handy-Daumen“ – die neue orthopädische Zivilisationskrankheit. Im englischen Sprachraum nennt man sie auch „WhatsApp Disease“. Die Symptome, welche man zuerst spürt, sind ein Ziehen im Daumen, im Handgelenk und sogar an der Arminnenseite entlang bis zum Ellenbogen. Das sind alles Signale dafür, dass übertrieben wurde mit den typischen Bewegungen – Tippen und Wischen. Wenn unsere Daumenmuskulatur immer nur dieselben Bewegungen über das Handydisplay macht, kommen andere Muskeln und Bewegungen unseres wichtigsten Fingers zu kurz. Patienten mit diesen Symptomen waren vor dem Smartphone im Durchschnitt Mitte 60 und hatten ihr Leben lang gearbeitet. Heute sind sie im Alter zwischen 20 und 30 Jahren haben akute Beschwerden.

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